II/4 1991, Acryl/Kreide auf Papier, 58 x 60 cm
 
II/7 1991, Acryl/Kreide auf Papier, 58 x 59,5 cm
 
I/I7 1991, Acryl/Kreide auf Papier, 57 x 52,5 cm

Venezianische Sequenz - BellevueSaal 1992

Dr. Reglindis Schulte Tigges

Jakob Böhme, der deutsche Mystiker im 17./18.Jahrhundert, beschreibt einen "Urgrund" in dem alles enthalten ist, Gut und Böse! An Jakob Böhmes "Urgrund" fühle ich mich erinnert, wenn ich die Quellen betrachte, aus denen Ricarda Peters schöpft : Chaos als Material. Die Künstlerin hat die innere Stärke und Sicherheit, sich auf dieses Unbekannte einzulassen, sich ihm zu öffnen. Sie arbeitet aus inneren Strukturen und Formen, die ganz selbstverständlich bereit sind, um in Augenblicken innerer Notwendigkeit das Chaos in Bahnen zu lenken. Die totale Spontaneität des schöpferischen Prozesses, wie sie die informelle Malerei charakterisiert ist auch für die Malerei von Ricarda Peters signifikant. Das Eintauchen in einen Zustand erhellender Euphorie, das den Künstler zum Medium werden läßt, bringt periodische Arbeiten von ungeheurer Fülle und Intensität hervor. Arbeiten, die abgeschlossen sind, sobald die spontane Äußerung, die "Psychische Improvisation" niedergeschrieben wurde. Der kraftvolle Gestus, der unbekümmerte Farbeinsatz, die Verlebendigung des schöpferischen Aktes, läßt uns Betrachter einen Bruchteil erahnen vom Geheimnis des Schöpfungsprozesses, als Ereignis zwischen Chaos und Ordnung, zwischen Expression und Kontemplaton. Malen wird hier zur Tätigkeit existentieller Bedeutung.
Ricarda Peters vermag die "Fesseln der Gewohnheit" mit dem grenzenlosen Raum der Freiheit in Einklang zu bringen. Freiheit als innere Haltung - Aristokratie des Lebens und der Kunst.

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