Briefe

Über die Malerei
von Ricarda Peters

Die Malerin Ricarda Peters ist an zwei Orten zugleich beheimatet. Sie wohnt in Wiesbaden, verbringt aber einen Teil des Jahres in der Stadt ihrer Passion, Venedig. Der Weg dorthin führte über die Sommerakademie in Salzburg, wo sie in den sechziger Jahren bei dem Venezianer Emilio Vedova studierte. Lehrer-Schüler-Verhältnis, da sucht sich der Schüler oft unbewußt „seinen“ Lehrer, weil er Affinitäten spürt. Der künstlerische Weg zur ungegenständlichen Malerei zeigt bei Emilio Vedova und Ricarda Peters Gemeinsamkeiten auf. Vedova zeichnet zu Beginn seines Studiums zunächst Architekturblätter im Stile Piranesis, bis er schließlich zu seiner expressiv gegenstandslosen Malerei durchstößt, die von ungewöhnlich sprengkräftigen Energien gefüllt ist. Auch Ricarda Peters fängt ihre künstlerische Laufbahn mit strengen Architekturzeichnen an. Über Jahre hinweg zieht es sie nach Rom, wo sie Renaissance- und Barockfassaden zeichnet. Vielleicht war es der im Barock gestaltete Tiefenraum. der sie fesselte, und dessen Nachklang wir in ihren späteren abstrakten Bildern wiederfinden. Frühe Prägung erfährt Ricarda Peters im Elternhaus, die Eltern sind beide Künstler, der Vater Dirigent, die Mutter klassische Tänzerin. Schon sehr jung gehen ihr die Gesetze der Musik, Melodie, Rhythmus und Bewegung in Fleisch und Blut über. Dieses Wissen hilft ihr, sich im Ungegenständlichen zurechtzufinden. Ihre Malerei scheint immer musikalisch rhythmisiert, eine Synthese zwischen architektonischer Stabilität und tänzerischer Leichtigkeit. Zu diesen Grundgegebenheiten gesellt sich der vorherrschende klare, strahlende Dur-Klang: Rot-Blau-Gelb, gelegentlich abgemischt mit grünen und bräunlichen Tönen. Die spontane Gestik ihres malerischen Duktus erhöht den lebenssprühenden Ausdruck ihrer Malerei. Während ihrer Studienzeit bei Vedova in Venedig avanciert sie zu seiner Assistentin, sie behält intensiven Kontakt und Austausch zu dem Meister bis zum heutigen Tage. Es gibt Erbströme des Blutes und Erbströme des Geistes. Die des Geistes sind oft wichtiger und wesentlicher, sie leben viel länger als der physische Mensch. Es sind die Ströme, die unsere Kultur durchziehen und ausmachen. Traumwandlerisch sicher setzt Ricarda Peters Formen und Farben, gewagt und richtig. Diese künstlerische „Richtigkeit“ als Wesensmerkmal beweist sie an einer Wandgestaltung im Foyer des Konzerthauses Eltzer Hof in Mainz, als ihr in jungen Jahren diese Aufgabe zufällt. Es entsteht ein feinabgestimmtes großformatiges Gemälde im Rot-Blau-Kontrast. Mit der gleichen Zielstrebigkeit, mit der die Malerin die Gesetzmäßigkeiten der Malerei zu erforschen sucht, ertastet sie sich in Perioden, in denen sie ausschließlich zeichnet, Einblicke in die Keimzellen des Lebens. 1968 entsteht das „Genesis“-Bild, 1970/72 u.a. der „Genetische Zyklus“, der 1991 beim Internationalen Kongress für Prä- und Perinatale Forschung in Heidelberg Beachtung findet. Der Gegensatz ihrer durchmodellierten, zarten Zeichnungen zu der Spontanität ihres malerischen Werkes ist erstaunlich, und doch ist das eine ohne das andere nicht denkbar. Zu ihrer Sensibilität hat Ricarda Peters die Kraft zum Gestalten und den Willen zum Durchhalten. Der Weg des Künstlers ist ein ungewisser, ein einsamer Weg, und niemand weiß, ob er gelingt. Es sind nicht nur die Augen, die ein Bild ertasten, es sind auch Schwingungen, die vom Beschauer zum Bild gehen. Beim Betrachten von Ricarda Peters Malerei wird Venedig sichtbar, Balken wie Schiffsmasten, durch die man auf Meere und Himmel blickt, Farbfelder wie Häuserblöcke, kühne Bögen und Brücken. Unwillkürlich kommt Sehnsucht nach dieser Stadt auf, einem der Mittelpunkte europäischer Kultur. Christa Moering 
 

A letter to OJR
September 1999

A letter to OJR September 1999

For hours walking along the beach, observing the beauty of the elements in constant change. The creative process in art obviously runs parallel to nature. The creative moment (= recognition) occurrs only in the “NOW”, in timelessness, free of concepts and imagination, egoless (ego as in connotation to reactivity), arational. The actual process cannot be obtained by rational thinking. For me thus free of intention and purpose! Only in nothingness, the unknown unseen, unfelt, untouched etc. can come into visability, into manifestation. I certainly am highly in control of my doingness then, deciding precisely when to start, change and stop. To get into the realm of intuition I have to be and remain “zweckfrei und absichtslos”. Then in the instant, my instantaneous doingness can create pictures, which I have never thought of, intended, wanted. They are intirely new, they occurr free of purpose and intention, like nature. There is no more duality = division of subject from object. But I dare say, total view, I am one with my brush and painting. This once more added to a previous discussion. On sunday 19th I am finally leaving for Venice for work and a bit more of summer. Video: “Reflections on Reflexes”, Venice 1993-1999 Water – fluxus – process - infinite motion - constant change – free of time-NOW - plentitude of possibilities and endless creation. Observing the constant change of reflections in the water, you might notice that your attention starts following the flow eagerly. The common urge to associate: “Something looks like something else”, might cease. At this moment past and future have vanished. You have come into present time: “The continuum of the NOW”. You might even notice that you have become identic with the flow, then you are identic with yourself. Then there is recognition, the attainment of creativity. Dualism is overcome! You are one! The Videocamera takes 25 pictures in one second, which the eye does not perceive. Via digital technique single pictures can be made visible. The stills are then collected in a sequence, showing the movement that produces constant change. The original version of the video alters with sequences of stills and parts of slow motion. The original tone being changed into slow motion as well, when sequences of stills and parts of slow motion appear.

 
Annotazioni 1983  
Annotazioni 1983 Ogni teoria, ogni acquisizione rappresentano un ostacolo nel cammino della conoscenza, qualora non vengano elaborate sin nella più intima essenza, diventando perciò esperienza personalissima, integrata ed immagazzinata. Dunque sostanza, materiale utile per affinare la percezione. Il sapere non serve nell’attimo creativo, poiché la nascita del nuovo non potrebbe mai cancellare quanto è stato esperito: la testa, ossia l’intelletto pigramente non vuol crescere, ma solo ripetere ed imitare. Mi appare dunque chiaro perché gli uomini si aggrappino tanto disperatamente all’intelletto per avere un appiglio certo, quando non conoscono il diverso. Unica garanzia è la capacità di poter rinunciare di continuo a quanto si è acquisito, divenendo in tal modo partecipi di un cambiamento costante, meglio ancora di una crescita costante. Brutalità, distruzione rappresentano una possibilità di affermazione, in quanto possono significare la rinunzia ad erronee certezze: la disponibilità all’impegno e alla completa dedizione è dunque possible se si raggiunge il tutto nella sua interezza. Il coraggio di procedere verso il nulla è la via verso la pienezza. Ricordare, non poter liberare la mente, voler necessariamente far tesoro dell’esperienza, significa limitazione, cecità, confusione, tenebre, morte. Un’ interferenza intellettuale, seppur minima, nell’atto pittorico, spezza l’incantesimo, esclude dall’infinità: la creazione diviene sforzo lacerante, fatica, stanchezza, errore, sciagura, caos, paura, abisso, trauma: un pennello imbrattato di colori sporchi. La più sommessa, la più celata intenzione partorita dall’intelletto ha effetto distruttivo, è sempre menzogna in quanto oppressa dal giogo del tempo. L’intuizione è presente assoluto, cioè atemporale. E’ sorprendente come ad un lavoro ben riuscito, senza fatica, senza percezione del tempo, possa far seguito una sequela di opere di un risultato pienamente soddisfacente. Viceversa, ad un atteggiamento sbagliato, sopraggiungono perdita di energia, distacco, disgrazia, distruzione. La forza si potenzia dunque con l’azione etica. STATEMENT Il tema o motivo rappresenta la stessa ideazione figurativa, in sé conchiusa. Ricarda Peters
 
Aufzeichnungen 1983
Aufzeichnungen 1983 Die wiedergefundene, wiedererkannte kindliche Unschuld ist das Vergessenkönnen, besser das Auflösen jeglicher Prämissen, Vorstellungen, Intentionen, Ambitionen. Dann öffnen sich die Pforten dem gewaltigen Strome der Energie, der unabsehbaren Fülle der Gestaltung, des Werdens. Völlige Mühelosigkeit, keine Fehler. Alle Theorie, alles Angelernte ist Hemmnis auf dem Weg, wenn es nicht bis zum Blut verarbeitet ist, also zum Ureigensten wird, integriert und aufgehoben, dann ist es Substanz, Material, verwendbar zur Verfeinerung der Wahrnehmung. Kein Wissen ist nützlich im Augenblick der kreativen Erkenntnis, weil es die Geburt des Neuen, nie Dagewesenen verhindern möchte. Denn der Kopf, der Intellekt ist faul und will nicht wachsen, nur repetieren, imitieren. Mir wird so klar, warum sich Menschen so verzweifelt an den Intellekt klammern, um einen Sicherheitsgriff zu haben, wenn sie das andere nicht kennen. Dabei liegt die einzige Sicherheit in der Fähigkeit, Erworbenes immer wieder aufgeben zu können, damit einer beständigen Veränderung, besser eines beständigen Wachstums teilhaftig zu werden. Brutalität, Zerstörung ist eine Möglichkeit zum Durchdringen, weil es das Opfern vermeintlicher Sicherheiten sein kann: Die Bereitschaft zur völligen Aufgabe, Hingabe, dann ist Ungeteiltsein möglich. Der Mut zum Nichts ist der Weg zur Fülle! Festhalten, nicht loslassen können, horten, bedeutet Beschränkung, nicht sehen, nicht finden können, Dunkelheit, Tod. Minimalste intellektuelle Einmischung während des Malaktes, und der Zauber ist gebrochen, aus der Unendlichkeit herausgefallen: Gewaltanstrengung, Mühe, Müdigkeit, Fehler, Unfälle, Chaos, Angst, Abgrund, Trauma, schmutzige Farben und Pinsel. Die leiseste, versteckteste vom Intellekt gesteuerte Intention hat verheerende Wirkung, ist immer Lüge, weil mit Zeit behaftet. Die Intuition ist absolute Gegenwart = Zeitlosigkeit. Es ist erstaunlich, wie nach einer gut gelungenen Arbeit ohne Mühe, ohne Zeitgefühl, eine Reihe anderer Arbeiten sich anschließen können mit einem ähnlich befriedigenden Ergebnis. Mit dem Fehlverhalten tritt Energieverlust, Abfall, Unfall, Zerfall ein. Die Kraft potenziert sich mit der ethischen Tat. Statement Das Thema ist die Bilderfindung selbst, zweckfrei und absichtslos. Ricarda Peters 
 
Auszug aus einem Brief an E.V.2002
Auszug aus einem Brief an E.V.2002 Was Trash-Art-Series betrifft, so hat das nichts mit Gesellschaftskritik zu tun, noch mit Protest gegen Konsumverhalten. Es spielt auf einer anderen Ebene, mehr in Richtung: „Und was die Welt im Innersten zusammenhält“ (Goethe, Faust I. Teil). Für mich zeigen diese Trash-Art-Bilder – Abfall der absichtslos aufeinandergetürmt – eine bemerkenswerte Ordnung. Sie bilden scheinbar gewachsene Strukturen – ein Prozess ähnlich dem der Natur. Strukturen, die sich teilen und unterteilen in immer noch kleinere Einheiten und offenbar dergleichen „Gesetzmäßigkeit gehorchen“. Ein Phänomen, das sich in der informellen Malerei wiederfindet. In der Mathematik beschäftigt sich ein ganzer Forschungszweig, die Chaostheorie mit dem Erkennen von Mustern, von Strukturen, in dem vermeintlichen Chaos unserer Umwelt. In der Definition von selbstbezüglichen Strukturen schaffen die Mathematiker sich Welten, in die sie immer wieder quasi mit dem Vergrößerungsglas tiefer hineinschauen, und dabei immer wieder die gleichen Strukturen und Muster finden. 
 
Begegnungen
Begegnungen Es gibt Orte der Erinnerung, die wir heimlich streicheln, an die wir sehnsuchtsvoll zurückkehren, die in ihrer Unveränderlichkeit an ein mystisches, goldenes Zeitalter gebunden sind: damals! Es gibt Orte der Begegnung, vieldeutig, dynamisch, in Entwicklung begriffen, die dich spüren, aufbrechen...leben lassen. Die Welt draußen dehnt sich aus, um einer neuen Empfindung Platz zu schaffen: jetzt! Dieser Eindruck von Fülle ergreift mich, wenn sich bei der Begegnung durch eine besondere Alchimie ein „Feeling“ mit jemandem einstellt, der dir kurz zuvor unbekannt war und dich nun durch seine Welten begleitet. Wie oft habe ich diese Erfahrung erlebt, in der Entdeckung immer die Freude einer Feststellung und einer Bestätigung kostend. Die Kunst ist eine Brücke, die in zwei Richtungen verläuft, gleichermaßen in die Vergangenheit mündend, wie in die Zukunft weisend. „Cogio ergo sum“: Ich erkenne mich nur im Logos der Kunst wieder. Glücklich war meine Begegnung mit Ricarda Peters; sie war zum Palazzo Albrizzi zusammen mit den zahlreichen Besuchern einer unserer Ausstellungen gelangt: Wir zeigten Max Pfeiffer Watenphul oder vielleicht Klaus Jürgen Fischer – nicht wichtig ist, wer von diesen beiden beachtlichen Persönlichkeiten einzigartig ist, dass die hier ausgestellten Werke uns dieselben Gefühle vermittelten. Wir konnten sie schweigend betrachten oder unseren tiefsten Bewegungen in Worten freien Lauf lassen. Mich beeindruckte die Echtheit Ricardas, die Tiefe ihrer Suche, ihr Durst nach Harmonie, ihre stolze Bescheidenheit. Ich wurde von ihrer Lebensbegeisterung ergriffen. Meine erste Begegnung war mit ihrer Person; danach kannte ich die Künstlerin und entdeckte in ihren Werken die Kraft wieder, die sie schon zu erzählen, auszudrücken wusste und hinweisend auf die Schule des großen Meisters Emilio Vedova, der sie lehrte, ihre Senisibilität zu schärfen und ihre Ausdrucksmittel zu verfeinern. Auch Venedig konnte sie mit frischen Pinselstrichen wiedergeben, lebhaft und instinktiv, durchaus kontrolliert. Ich wünschte mir, im Palazzo Albrizzi wenigstens einen Teil ihrer Arbeiten zu sehen: die jüngsten Werke, eine Synthese ihres Schaffens, die Tondi ihrer „Trash-Art-Series“. Es sind Überbleibsel einer zerstörten Umwelt, die sich in ihren Bildern ansammeln, weder zufällig noch ungeordnet, erwächst aus dem Chaos eine neue Harmonie. Das beobachtende Umkreisen des Tondo deutet zunächst auf die Schließung des Kreises hin, um dann aber schließlich eine in die Unendlichkeit weisende Kontinuität der Bewegung auszulösen. Ricarda Peters, die unter der Zerstörung unserer Umwelt leidet und nicht ohne Bitterkeit den ständigen Verlust an Werten wahrnimmt, gibt sich nicht geschlagen, sondern öffnet im Gegenteil, neue Lebenswege. Venedig, 22 Februar 2002 Nevia Pizzul-Capello Vorsitzende der Deutsch-italienischen Kulturgesellschaft onlus Venedig  
 
Bericht an Wiesbadener Kurier
New York, 1.6.1998 New York – der Strand, an den alles angeschwemmt wird! Die Stadt globaler Verflechtungen. Hier manifestiert sich nur Ultra – Mega, weißes Licht, schwarze Schatten! Magisch eröffnet sie sich uns – reißverschlußartig – wir scheinen am rechten Ort zu sein, im genauen Augenblick anzukommen, um das zu finden, was wir suchen. Fragen werden umgehend beantwortet. Randvoll und pulsierend ist jeder Tag aufs Neue ein Ansturm auf Nerven und Sinne. Die Neugierde wird zur Begierde, die unausgesetzt Nahrung findet. In nur 4 Tagen lösen wir unsere Wohnungsfrage, ziehen mehrfach um, von Greenwich Village – Künstleroase – dort trifft sich alles, Maler, Bildhauer, Musiker, wir finden Freunde! – in die 30igste Straße – „Martha Washington Hotel“, nur für Frauen – ein bisschen schräg, aber picco-bello, Zimmer geblümt im Landhausstil mit Bad und preiswert! Edel der Blick aufs Empire State Building, des nachts in blaues Licht getaucht. Dann in die 55th street west – ein Apartment wie zu Hause, um die Ecke die Carnegie Hall, 2 Blocks entfernt vom Cental Park. Grünes Refugium, um aus der steinernen Gigantomanie auf eine Wiese, unter einen Baum, an einen Teich mit Enten zu entfliehen. Aber längst schon haben wir uns an die nie verebbende Brandung aus undefinierbaren Geräuschen gewöhnt, die nur noch übertönt wird vom hysterisch schrillen Heulen der Ambulanzen und den staccatoartigen Warnsignalen der Polizei. Kilometerweise zu Fuß Manhattan abgelaufen – Galerien – Gute Kunst – „schlechte Kunst“ – Kleider geguckt und gekauft – am Essen gespart und teuer gegessen im Balthasar. Das Glück, ein Atelier gefunden zu haben. Beste Adresse: Stella Adler Conservatory! Heilige Hallen: Robert de Niro, Whoopie Goldberg, Marlon Brando etc. sind daraus hervorgegangen. Ein Klassenzimmer, leer mit weißen Wänden ist gemietet. Hier haben wir uns festgesaugt, mit Lust, täglich darin zu arbeiten! Erinnerungen an zu Hause verblassen allmählich – machen der Gegenwärtigkeit Platz. Die Energie, die hier pulsiert, trägt und fordert – schleudert einen geradezu in einen Strudel nimmer enden wollender Aktivität – sodass die Nacht, der Schlaf zu lang wird, bis der Tag aufs Neue beginnt mit unerwarteten Möglichkeiten, zu jedem Zeitpunkt, an jedem Ort, an dem wir tiefer in diesen Schmelztiegel eindringen, hinein-geraten. Ricarda Peters 3 Monate Studienaufenthalt zusammen mit Monika Rohrmus in New Yor, Mit Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. (Bericht an den Wiesbadener Kurier) 
 
CIRCULAR PAINTINGS
CIRCULAR PAINTINGS: 103 cm ? 1998 New York mixed media on paper doubled on canvas mounted on 2 cm strong woodpanel. Composition: no fixed positions: up, down, left and right = polarities, are abandoned in order to answer the claim of the circle, which starts where it ends in endless repetition and flow = now – now – now - process - free of time = infinity Creation of multiple images The circular paintings are mounted on the wall and can be turned by the spectator choosing his own view-point, and with every movement changing it into another aspect. He might see the total of a new image, actively entering into the process, once he has decided to give up a previous standpoint (= preconceived idea). A second modus is putting the object (circular painting) on the floor, where the spectator will change his aspect and gain a new viewpoint while circling the tondo step by step = now – now – now – free of time = infinity.  
 
Incontri

Ci sono luoghi della memoria, segretamente accarezzati, nostalgicamente ripercorsi, relegati nella Ioro immutabilità ad una mitica età deli’oro: solo allora! Ci sono luoghi dell’incontro, sfaccettati, dinamici, in evoluzione, che ti fanno sentire, patire...vivere. Il mondo al di fuori se espande; dentro di te si dilata, per far posto a nuove sensazioni: ora! Questo senso di pienezza mi viene dato quando nell’incontro, per una speciale alchimia, s’instaura un feeling con chi poco prima ti era sconosciuto e, adesso, ti accompagna attraverso i suoi mondi. Quante volte ho vissuto questa esperianza, sempre assaporando nella scoperta il piacere di una verifica e di una riconferma: è l’Arte quel ponte da percorrersi biunivocamente, gettato verso il passato e proteso verso il futuro. “Cogito ergo sum”: mi riconosco solo nel pensiero dell’Arte. Fortunato è stato il mio incontro con Ricarda Peters, approdata a Palazzo Albrizzi insieme con i numerosi visitatori di una delle nostre mostre: presentavamo Max Pfeiffer Watenphul o forse Klaus Jürgen Fischer, non importa quale di queste due notevoli personalità, singolare è che le opere qui esposte ci davano le stesse emozioni. Potevamo osservarle in silenzio o sciogliere in parola le nostre vibrazioni più profonde. Mi colpi la schiettezza di Ricarda, la profondità della sua ricerca, la sua sete di armonia, la sua superba umiltà. Fui colpita dal suo entusiasmo di vita. Il mio primo incontro fu con la persona. Poi, conobbi l’artista, e ritrovai nei suoi lavori quel vigore che aveva saputo esprimere già nel racconto, che la riportava alla scuola del grande maestro Emilio Vedova, che aveva acuito ulteriormente la sua sensibilità e affinato i suoi mezzi espressivi. Anche Venezia lei sapeva raccontare con pennellate fresche, vivaci, istintive seppur controllate. Desiderai vedere raccolta a Palazzo Albrizzi almeno una parte dei suoi lavori, i più recenti, che sintetizzano il suo percorso, i tondi delle sue trash-art-series: sono le scorie di un ambiente corrotto, che nei suoi quadri si accumulano, non a caso nè confusamente, poichè anche dal caos si rigenera l’armonia, nella rotazione studiata di quei tondi, che preludono la chiusura del cerchio riscattando però, alla fine, una continuità nel moto tendente all’infinito. Ricarda Peters che soffre per il degrado del nostro ambiente e, non senza amarezza, constata la continua perdita di valori, non si dà per vinta, anzi ci apre nuove vie alla vita. Venezia, 22 febbraio 2002 Nevia Pizzul-Capello Presidente dell’Associazione Culturale Italo Tedesca Onlus di Venezia 

 
La Pittura di Ricarda Peters
La pittrice Ricarda Peters sta di casa in due luoghi: abita a Wiesbaden, ma trascorre nello stesso tempo un periodo dell’anno nella città che l’appassiona. Venezia, importante tappa del suo percorso artistico, dopo aver frequentato la “Sommerakademie” di Salisburgo, dove negli anni ’60 aveva studiato con il Veneziano Emilio Vedova. Effetto di un rapporto tra maestro e allievo, poiché spesso l’allievo inconsciamente cerca il “proprio” maestro, avvertendo una certa affinità. Il cammino artistico verso la pittura informale presenta in Emilio Vedova e in Ricarda Peters del punti di contatto. All’inizio del suo studio, Vedova disegna sulle prime fogli con motivi architettonici, per incontrare infine una propria pittura espressamente informale, ricca di energie insolitamente erompenti. Anche Ricarda Peters comincia la sua carriera artistica con severi disegni architettonici. Per anni viene attratta da Roma, dove disegna facciate rinascimentali e barocche. Ad avvincerla era stata forse la profondità prospettica che si ritrova nel Barocco, la cui eco ci giunge nel suoi successivi quadri astratti. Ricarda Peters riceve la sua prima impronta nella casa paterna; i genitori soni entrambi artisti: il padre, direttore d’orchestra; la madre, ballerina classica. Fin dalla più tenera età, le leggi della musica, della melodia, del ritmo e del movimento sembrano fluirle nel sangue. Questo bagaglio di esperienze conoscitive la aiuta a muoversi nel campo dell’informale. La sua pittura sembra sempre obbedire ad un ritmo musicale, in una sintesi tra stabilità architettonica e levità coreografica. A questi valori fondamentali si unisce la dominante chiara e luminosa nel modo maggiore: rosso, blu e giallo, talvolta mescolati con le tonalità del verde e del bruno. La spontaneità della sua pennellata rafforza l’espressione di una pittura da cui sembra sgorgare la vita. Durante il suo periodo di studio a Venezia, presso Vedova, la pittrice diventa sua assistente, instaurando con il Maestro un contatto ed uno scambio di idee che perdura ancor oggi. Ci sono affinità di sangue e affinità dello spirito, e queste ultime – spesso più importanti ed essenziali – si mantengono più a lungo: sono la linfa cui si alimenta la nostra cultura. In una sorta di sonnambulismo, Ricarda Peters osa proporre, con giusta scelta, forme e colori. Il suo essenziale rigore artistico si rende evidente nella decorazione parietale del Foyer del Konzerthauses Eltzer Hof di Magonza, ch’era stata commissionata all’artista ancor giovane. Ne e nato un dipinto di grandi dimensioni, in cui il contrasto tra il rosso ed il blu risulta finemente articolato. Con quella risolutezza di propositi con cui ricerca la legittimatà della pittura, l’artista – nel momenti in cui si dedica esclusivamente al disegno – si analizza, cercando di pentrare nel nucleo primigenio della vita. È del 1968 “Genesis”; del 1970/72 “Ciclo genetico”, che nel 1991 incontra notevole interesse presso i convenuti al Congresso Internazionale per la ricerca pre e perinatale ad Heidelberg. Il contraste fra i suoi disegni delicatamente modellati e la spontaneità delle sue opere pittoriche è sorprendente, eppure gli uni non sarebbero pensabili senza le altre. Forza creativa e ferma volontà sposano in Ricarda Peters una profunda sensibilità. Il percorso di un artista è sempre incerto, solizario, impervio. Ma qui non sono solo gli occhi a recepire l’immagine pittorica: questa recepisce, a sua volta, vibrazioni irradianti dall’osservatore. La pittura di Ricarda Peters rende visibile Venezia: travature simili ad alberi maestri, che si stagliano contro il cielo lasciando seorgere lembi di mare; campiture cromatiche simili a blocchi monolitici di case, arditi archi, ponti. Pur senza volerlo si prova nostalgia per questa città, per questo crogiolo di cultura europea. Christa Moering 
 
Riassunto di una lettera a E.V. 2002
A proposito di Trash-Art-Series, queste non hanno a che vedere con la critica sociale, tantomeno rappresentano una protesta contro il consumismo. Si collocano su tutt’ altro piano: piuttosto in direzione di ciò che il mondo racchiude nella sua essenza! (Goethe, Faust, Parte I). Per me queste “Trash-images”, quale rifiuto preterintenzionale non finalizzato, stanno a dimostrare un ordine singolare e profondo: strutture in sé cresciute, un processo parallelo alla Natura. Strutture che si possono dividere e subdividere in immagini sempre più piccole, che obbediscono alla stessa ”legge dell’ordine”. Un fenomeno che si ritrova in un quadro informale riuscito. Tutto un ramo della ricerca, a sostegno di quella che potremmo definire la Teoria del Caos, tenta, nelle scienze matematiche, di riconoscere i modelli, le strutture di un presunto caotico sconvolgimento del nostro ambiente. I matematici creano mondi per definire strutture autonome, che essi continuano a scrutare con la lente d’ingrandimento, continuando a riscoprire costantemente le stesse strutture e gli stessi modelli. Superficialmente si ha spesso un’impressione ottica diversa, ma è il contenuto a costruire l’immagine! 
 
Aufzeichnungen Venedig 1983
Den Sommer über wieder in Venedig. Es gab stundenlange, bis tief in die Nacht dauernde Gespräche über Malerei und Existenz mit Vedova. Gespräche über den Akt des Malens, den entscheidenden Moment der kreativen Erkenntnis, der nur im „Zustand der Gnade“, der absolut selbstlosen Ergebenheit, des Instrumentseins erfolgt. Der Zustand ist Enthusiasmus, indem sich alles scheinbar von selber erledigt. Höchste Kontrolle, luminose Klarheit, mühelose Bewältigung der Materie. Das willige, absolute Folgen der Wegweisung, dem Diktat gewissermaßen: daraus resultierend Erfindung = Erkenntnis. Zustand höchster Sensibilität und Verletzbarkeit, das Unbewußte ist weit offen. Keine Vergangenheit, keine Zukunft, keine Zeit, jetzt, jetzt, jetzt = Unendlichkeit. Die wiedergefundene, wiedererkannte kindliche Unschuld ist das Vergessenkönnen, besser das Auflösen jeglicher Prämissen, Vorstellungen, Intentionen, Ambitionen. Dann öffnen sich die Pforten dem gewaltigen Strome der Energie, der unabsehbaren Fülle der Gestaltung, des Werdens. Völlige Mühelosigkeit, keine Fehler. Alle Theorie, alles Angelernte ist Hemmnis auf dem Weg, wenn es nicht bis zum Blut verarbeitet ist, also zum Ureigensten wird, integriert und aufgehoben, dann ist es Substanz, Material, verwendbar zur Verfeinerung der Wahrnehmung. Kein Wissen ist nützlich im Augenblick der kreativen Erkenntnis, weil es die Geburt des Neuen, nie Dagewesenen verhindern möchte. Denn der Kopf, der Intellekt ist faul und will nicht wachsen, nur repetieren, imitieren. Mir wird so klar, warum sich Menschen so verzweifelt an den Intellekt klammern, um einen Sicherheitsgriff zu haben, wenn sie das andere nicht kennen. Dabei liegt die einzige Sicherheit in der Fähigkeit, Erworbenes immer wieder aufgeben zu können, damit einer beständigen Veränderung, besser eines beständigen Wachstums teilhaftig zu werden. Brutalität, Zerstörung ist eine Möglichkeit zum Durchdringen, weil es das Opfern vermeintlicher Sicherheiten sein kann: Die Bereitschaft zur völligen Aufgabe, Hingabe, dann ist Ungeteiltsein möglich. Der Mut zum Nichts ist der Weg zur Fülle! Festhalten, nicht loslassen können, horten, bedeutet Beschränkung, nicht sehen, nicht finden können, Dunkelheit, Tod. Minimalste intellektuelle Einmischung während des Malaktes, und der Zauber ist gebrochen, aus der Unendlichkeit herausgefallen: Gewaltanstrengung, Mühe, Müdigkeit, Fehler, Unfälle, Chaos, Angst, Abgrund, Trauma, schmutzige Farben und Pinsel. Die leiseste, versteckteste vom Intellekt gesteuerte Intention hat verheerende Wirkung, ist immer Lüge, weil mit Zeit behaftet. Die Intuition ist absolute Gegenwart = Zeitlosigkeit. Es ist erstaunlich, wie nach einer gut gelungenen Arbeit ohne Mühe, ohne Zeitgefühl, eine Reihe anderer Arbeiten sich anschließen können mit einem ähnlich befriedigenden Ergebnis. Die Kraft potenziert sich mit der ethischen Tat, mit dem Fehlverhalten tritt Energieverlust, Abfall, Unfall, Zerfall ein. Wenn die Malerei aus mir keinen besseren Menschen macht, ist das Ziel verfehlt! Der Zustand im Augenblick der kreativen Erkenntnis ist Enthusiasmus! Der Malakt ist für mich das Eintauchen in die unendliche Energie. Mir wird bewußt, daß ich nicht determiniert bin, sondern, daß alles abhängt von meinem Erkennen, meiner Entscheidung, meiner Verantwortlichkeit. Die Malerei ist ein Erkenntnisinstrument. Die spezifische Haltung, die mich zum Instrument werden läßt, besteht aus Unbestechlichkeit, Integrität, Affinität, Fähigkeit zur Kommunikation, meiner Begabung, meinem Lernvermögen. Daraus vermag Enthusiasmus zu resultieren. Enthusiasmus bedeutet höchstes Kontrollvermögen ohne jegliche Kraftanstrengung. Dann, während des Malvorgangs, Wahrnehmen der Details und simultan der Ganzheit des Bildes, weniger optisch, als wesenhaft-existentiell. Die Wahrnehmung der Ganzheit ist dergestalt, daß ich wahrscheinlich auch im Dunkeln malen könnte. Folgt eine intellektuelle Fixierung auf ein Detail, ist die Gesamtheit nicht mehr wahrnehmbar. Aus! Aus der Zeitloskeit herausgefallen, Dunkelheit, Krankheit, Zerfall! Diese Tatsachen dringen jetzt in unser Bewußtsein ein, sie sind gereift, um von uns erkannt zu werden. Dergestalt müssen wir dafür Verantwortung übernehmen, nicht auf einer ausgesparten Inselisolierung, sondern im gesamten Lebensbereich, jeden Moment unserer Existenz, in der Kommunikation mit dem Menschen, mit der Natur, mit dem gesamten Universum. Im Augenblick, wo wir die Gesetze des Universums erkennen und sie folgerichtig anwenden, vermögen wir die Welt in Richtung auf ein Überleben zu verändern. Alle Malerei, jegliche Tat, auch die allerkleinste, gleich auf welchem Gebiet, die mit der Einstellung geschieht, daß das höchste Gebot die unbestechliche Verwaltung der unendlichen Gesetzgebung ist, wird immer eine Verherrlichung der Existenz sein, der Einbruch der Unendlichkeit in unser Leben. STATEMENT Das Thema oder die Motivation ist die Bilderfindung selbst, zweckfrei und absichtslos! Ricarda Peters Aufzeichnungen Venedig 1990 Fließen lassen, explodieren von Farbe und Licht, nicht lieblich schön, aber doch gut! Befreien von immer mehr Schichten, die das Licht des Wesentlichen verschleiern. Das Gesetz tritt zu Tage, zu Licht. Es ist unumgänglich und manifestiert sich auch jenseits der Unpässlichkeiten meiner Existenz. Sonderbarerweise erhebt es sich als autonom über Unstimmigkeiten der Gefühle, über Chaos, als allgegenwärtige Präsenz. Das einzige Hindernis ist immer wieder und ausschließlich der vom Verstand diktierte Wille. Da zieht sich das Wesen zurück, bis Hingabe wieder möglich ist. Ich arbeite gerne in der Nacht, dann ist der intellektuelle Einfluss am geringsten, es treten keine Zweifel auf, ich spiele. Meine Einsiedelei hat einige Früchte getragen. Der Sommer war reich wie selten. Spielend reihten sich Bilder aneinander, meist tief in der Nacht, jedes selbstständig und unabhängig von vorangegangenen und auf das nächst folgende keinen Einfluss nehmend. Jedes in seiner eigenen Zeiteinheit neu und unvermutet entstehend ohne mein Wollen und doch ganz durch mich. Mehr und mehr gelingt es mir ohne Vorbehalte da zu sein, die Angst vor Verlusten ist reiner Spielfreude gewichen. In meinen thematisch gebundenen Zyklen schien ich einer linearen Spur zu folgen. Jetzt gibt es kein oben oder unten mehr, sondern ein überall. Es ist, als befände ich mich im Zentrum einer Kugel, und von dort aus ist die Bilderfindung unbegrenzt. Das Thema oder die Motivation ist jetzt die Bilderfindung selbst, zweckfrei und absichtslos. Gelingt es mir in der Gesetzmäßigkeit zu sein, so scheint es mir, als wäre ich im Augenblick = Jetzt mit dem Gesetz identisch, dann vermag sich ein Bild = Erkenntnis zu manifestieren. Ricarda Peters Liebe Freundin, Du gehörst zu jenen Künstlerpersönlichkeiten, die sich in mehr als einem Medium zu manifestieren wissen. Du zeichnest, malst, und gleichzeitig bedienst Du Dich bisweilen auch noch des Wortes um mitzuteilen, daß und inwiefern Dein künstlerisches Schaffen Dir und uns eine „Pforte zum Paradies“ zu weisen vermag. Besonders läßt mich dabei diese in meinen Augen zentrale Aussage von Dir aufhorchen: „Wenn die Malerei aus mir keinen besseren Menschen macht, ist das Ziel verfehlt“. Die Fragestellung nach dem Verhältnis zwischen Ästhetik (Kunstschaffen jedweder Art) und Ethik (lebenspraktischem Verhalten und Tun) ist als solche zwar nicht neu; schon in der griechisch-römischen Antike wurde das (häufige Miß-)Verhältnis zwischen genialer Künstlerschaft bei gleichzeitig minderwertigem Charakter des Kunstschaffenden thematisiert. Du aber greifst die alte Fragestellung nicht nur wieder auf, sondern erneuerst sie und treibst sie auf die Spitze, wenn Du formulierst, ohne Besserung des Menschen sei das Ziel der Kunst verfehlt. Kein ästhetisches Tun also ohne ethisches Besinnen ... Möge diese richtungsweisende Botschaft von allen Anhängern und Bewunderern Deiner Kunst nachhaltig vernommen werden! Auszug aus einem Brief von Dr. Eva-Maria Knapp, Heidelberg, den 21.03.1992 CIRCULAR PAINTINGS: 103 cm ? 1998 New York mixed media on paper doubled on canvas mounted on 2 cm strong woodpanel. Composition: no fixed positions: up, down, left and right = polarities, are abandoned in order to answer the claim of the circle, which starts where it ends in endless repetition and flow = now – now – now - process - free of time = infinity Creation of multiple images The circular paintings are mounted on the wall and can be turned by the spectator choosing his own view-point, and with every movement changing it into another aspect. He might see the total of a new image, actively entering into the process, once he has decided to give up a previous standpoint (= preconceived idea). A second modus is putting the object (circular painting) on the floor, where the spectator will change his aspect and gain a new viewpoint while circling the tondo step by step = now – now – now – free of time = infinity. A letter to OJR September 1999 For hours walking along the beach, observing the beauty of the elements in constant change. The creative process in art obviously runs parallel to nature. The creative moment (= recognition) occurrs only in the “NOW”, in timelessness, free of concepts and imagination, egoless (ego as in connotation to reactivity), arational. The actual process cannot be obtained by rational thinking. For me thus free of intention and purpose! Only in nothingness, the unknown unseen, unfelt, untouched etc. can come into visability, into manifestation. I certainly am highly in control of my doingness then, deciding precisely when to start, change and stop. To get into the realm of intuition I have to be and remain “zweckfrei und absichtslos”. Then in the instant, my instantaneous doingness can create pictures, which I have never thought of, intended, wanted. They are intirely new, they occurr free of purpose and intention, like nature. There is no more duality = division of subject from object. But I dare say, total view, I am one with my brush and painting. This once more added to a previous discussion. On sunday 19th I am finally leaving for Venice for work and a bit more of summer. Video: “Reflections on Reflexes”, Venice 1993-1999 Water – fluxus – process - infinite motion - constant change – free of time-NOW - plentitude of possibilities and endless creation. Observing the constant change of reflections in the water, you might notice that your attention starts following the flow eagerly. The common urge to associate: “Something looks like something else”, might cease. At this moment past and future have vanished. You have come into present time: “The continuum of the NOW”. You might even notice that you have become identic with the flow, then you are identic with yourself. Then there is recognition, the attainment of creativity. Dualism is overcome! You are one! The Videocamera takes 25 pictures in one second, which the eye does not perceive. Via digital technique single pictures can be made visible. The stills are then collected in a sequence, showing the movement that produces constant change. The original version of the video alters with sequences of stills and parts of slow motion. The original tone being changed into slow motion as well, when sequences of stills and parts of slow motion appear.  
 
Ein Brief an E.M.K. 1994
Bilderloses Sehen, beziehungsweise unassoziatives Sehen ist der Ausgangspunkt für meinen malerischen Prozess. Die Fülle ist im Nichts! Also kein a priori, kein Konzept, keine Imaginationen! Es ist allein die Energie, die von Augenblick zu Augenblick, also im Kontinuum des Prozesses, ein Bild freigibt. Wohl kontrolliert durch meine Gegenwärtigkeit im Jetzt, ohne Eigenimitate (Imitate, Zitate aus vorangegangenen Bildern), was ja wieder assoziatives Verhalten wäre. Authentizität und Erkenntnis entsteht immer nur in der unmittelbaren Gegenwärtigkeit. Ein Bruchteil einer Assoziation = reaktives Verhalten, intellektuelles Einmischen, ließe das fragile Konstrukt augenblicklich zerfallen. Das Motiv meiner Arbeit ist die Malerei selbst – zweckfrei, ohne vorgefasste Meinung. Das aus vielen übereinanderliegenden Schichten entstehende Bild gehorcht seiner immanenten Gesetzmäßigkeit, und ist nicht mehr als das was es ist! Durch fühlendes Wahrnehmen, im besten Falle als Schönheit = „Wahrheit“ und Harmonie erfahrbar. Das wäre der eigentliche Sinn der Malerei für mich. Eine Fülle von Einzelheiten, Details, Linien, Farben, Strukturen ergeben das Bild. Sobald ich mich beim Malen oder Betrachten desselben an einem Detail festsehe, kann ich das Gesamtbild als holistische Erfahrung nicht mehr wahrnehmen. Der Prozess ist einer fixen Idee zum Opfer gefallen. Durch reaktives Verhalten tritt die holistische Erfahrung = Erkenntnis nicht ein, zutreffend für jeden Augenblick unseres Lebens, wenn unser Bewusstsein durch Traumata, Manirismen, Automatismen getrübt ist. Durch prozessuales Verhalten erfährt das Bewusstsein in zunehmendem Maße eine Klärung, durch Abbauen von immer mehr Konzepten, Automatismen, das fühlend wahrnehmen zu können, was da ist, ohne Signifikanzen, Beurteilungen und als in höchster Form universales Gesetz. Nicht meine Meinung über etwas, sondern das Erkennen von unumstößlichen Tatsachen als universales Prinzip. Alle Versuche, die Schutthalden unseres reaktiven Bewusstseins (Unterbewusstseins) abzubauen, entspringen doch der dringenden Bestrebung in uns, unsere wahren Beweggründe ans Licht zu bringen, oder in höchster Instanz uns wieder mit der unendlichen Intelligenz zu vereinen. Die auch unerklärlich das ist, was sie ist und nichts anderes als die Wahrheit. Würde ich in meiner Arbeit von einem a priori ausgehen, brächte ich mich beständig in Konflikt mit dem, was sich real, immanent wie von selbst ereignen will, und dem Druck, den ich durch mein Ego ausübe, weil ich meinen vorgefassten Plan nicht aufgeben kann, möchte. Ich würde somit der unerwarteten Fülle nicht teilhaft werden, weil ich durch mir selbst angelegte Scheuklappen mein fühlendes Wahrnehmen ausgeschaltet habe. Das ist die Verhinderung von Wunder, Magie, das Phänomen kommt nicht ans Licht. Holistische Erfahrung, als Einssein von Subjekt und Objekt = Überwindung der Dualität. Das Eintauchen in die Beseeltheit der Welt. Es braucht zugestandenermaßen einiges an Übung, unsere Antennen so zu reinigen, dass wir sehen können, beziehungsweise wahrnehmen können was wirklich da ist. Die gegenstandslose Malerei ist eine der großen Erfindungen in der Kunst des 20. Jahrhunderts, parallel zur Psychoanalyse – im Hinblick auf eine mögliche spirituelle Transformation unserer Species, ein Remedium, aus materialistischer Egoität auszubrechen. Als mögliches Instrument, als Übung für den Künstler und gleichermaßen für den Betrachter. Eine Utopie? Ricarda Peters 
 
RUNDBILDER ohne Titel 1998 Mixed Media auf Papier und auf Leinwand doubliert

Das Rundbild als Multiple Image Die Tondi sind auf Leinwand doubliert, auf eine 2 cm starke Holzplatte montiert, um an der Wand drehbar angebracht zu werden. Die Bilder zeigen keine festgelegten Positionen. Unten, oben, rechts und links sind aufgegeben zu Gunsten von ringsherum, analog der Forderung des Kreises, der dort aufhört, wo er anfängt, in endloser Wiederholung - Prozess – Gegenwart – Jetzt – Zeitlosigkeit. Der Betrachter tritt vor dem zu drehenden Tondo aktiv in den Prozess der Veränderung ein. Durch die Drehung des Rundbildes vermag er immer wieder neue Aspekte, respektive ein neues Gesamtbild wahrzunehmen. Vorausgesetzt, dass er die Erinnerung an einen vorangegangenen Aspekt loslassen kann und an keinem Detail im Bild hängen bleibt. Damit schafft er sich die Möglichkeit ein neues Bild in einer neuen Zeiteinheit, ohne Konzept und vorgefasste Meinung zu sehen. Der Akt des Wahrnehmens wird zum schöpferischen Prozess analog dem des Künstlers und der Dualismus in der totalen Schau überwunden. Es ist ein Versuch, eine Annäherung zur Überwindung der Dualitäten hin zur ganzheitlichen Wahrnehmung durch die Kunst zu erreichen. Ein möglicher Schritt in die 4. Dimension: Zeitfrei, egofrei, arational, aperspektivisch. Kein Apriori, keine rationale Schlussfolgerungen. Gegebenenfalls können die Arbeiten auch auf den Boden platziert werden. Unsichtbar unter der Holzplatte montierte Metallfüßchen, circa 10 cm hoch, erzeugen einen schwebenden Zustand. Anstatt zu drehen, umschreitet der Betrachter das Rundbild. Auch hier wird vom Betrachter wieder das aktive Mitwirken verlangt. Ricarda Peters Taunusstraße 63 b 65193 Wiesbaden Tel.: 0611/54 49 57 Internet: www.e-xpo.de Venezia 1993 Riflessioni su riflessi Reflections on reflexes Gedanken über Wasserspiegelungen Wasser- Element – Urform – Fluss- Ungeformtes Gleichnis für die Ebene der Ideen = Unendlichkeit Prozessual- Zeitfrei- Fließen – Beständiges Werden konstante Veränderung – unbegrenzte Vielfalt der Erfindung – Gegenwart – Jetzt – Augenblick – kosmisches Bewusstsein Im Augenblick, wenn sich die Idee im Raum manifestiert, der Fluss zur Gestalt, zur Form wird, entstehen simultan Begriff und Erkenntnis noch im Ungeteiltsein, im Alleinssein des Erkennenden in der Zeitfreiheit. Sobald der Erkennende seine Erkenntnis reflektiert (Intellekt), der Schöpfer zum Be-trachter wird, trennt sich das Subjekt vom Objekt (Dualismus). Erst dann entsteht die Zeit, die messbare Dauer: Anfang – Dauer – Ende, Vergangenheit – Zukunft, Geburt – Leben – Tod. Zur Technik: Die Video-Kamera nimmt pro Sekunde, für das Auge jedoch nicht wahrnehmbar, 25 Bilder auf. Mit Hilfe digitaler Technik können die Einzelbilder sichtbar gemacht werden. Die Einzelbilder (Standbilder, Stills) werden hier in Sequenzen zusammengestellt und machen die beständige Veränderung sichtbar. Originalaufnahmen wechseln mit Sequenzen aus Standbildern und Partien von Slowmotion. Der Ton ist Originalton, wird jedoch bei Standbildern und Slowmotion ebenfalls durch Slowmotion verfremdet. Schnitt Ricarda Peters und christoph Kutschera. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10 – 19 Uhr und Samstag von 10 – 15 Uhr Dauer: 9. bis 30. Juni 2001  

 
IL TONDO COME IMMAGINE MULTIPLA n.T. New York, 1998
Diametro 103 cm Multimedia, carta/tela, duplicato, montato su una base di legno I tondi sono duplicati e resi girevoli su di uno schermo montato su una piastra di legno dello spessore di 2 cm, applicato alla parete. Le immagini non presentano posizioni definite: sotto, sopra; destra e sinistra si interscambiano in relazione al movimento del tondo, che cessa là dove ha inizio, in una ripetitività senza fine: processo – presente – ora – assenza di tempo. L’osservatore, messo davanti al tondo girevole, prende attivamente parte al processo di trasformazione. Attraverso la rotazione dei tondi egli può cogliere sempre nuovi aspetti, ossia recepire una nuova immagine globale. Presupposto, che possa liberarsi dal ricordo di un aspetto precedente e che, nell’immagine, non resti ancorato al dettaglio. Cosi facendo, ha la possibilità di cogliere un’immagine nuova, in una nuova unità di tempo, libero da idee preconcette. L’atto della percezione diventa processo creativo analogo a quello dell’artista, ed il dualismo confluisce in una visione globale. È questo il tentativo di procedere al superamento della dualità e di giungere, attraverso l’arte, ad una percezione totale. È anche un possibile passo verso la quarta dimensione: atemporale, senza ego, arrazionale, aprospettica. Non apriori, non deduzioni razionali. Eventualmente, le opere possono essere posizionate anche sul pavimento. Piccoli supporti di metallo, alti circa 10 cm, montati sotto la base di legno in modo da non essere visibili, producono uno stato di fluttuazione. L’osservatore gira intorno al tondo, invece di farlo girare: anche qui si ricorre ad un suo attivo coinvolgimento. 
 
Venezia 1993-1999 Riflessioni su riflessi
Reflections on reflexes Acqua – Elemento – Forma primigenia – Flusso – Metafora in forme del piano delle idee = Infinito Divenire progressivo – atemporale – scorrevole – incessante Cambiamento costante – Sfacettatura illimitata dell’invenzione – Presente – Attimo contingente – Istante – Coscienza cosmica. Nell’istante in cui l’idea si manifesta nello spazio, il fluire diviene forma, nascono simultaneamente concetto e conoscenza nell’inscindibilità, nel solipsismo di colui che procede alla ricerca di una dimensione atemporale. Non appena questi riflette la propria conoscenza, l’artista diventa osservatore, il soggetto si separa dall’oggetoo. Solo allora nasce il tempo, la durata commensurabile: inizio – durata – fine, passato – futuro, nascita – vita – morte. Ricarda Peters LA TECNICA La video camera riprende 25 immagini al secondo, un numero in verità non percepibile dall’occhio umano. Con l’ausilio della tecnica digitale, le singole immagini possono essere rese visibili. Ciascuna di esse (figure plastiche, pausazioni) viene qui collegata in una sequenza ed evidenzia la trasformazione costante. Le riprese originali si alternano a sequenze figurative ed a parti alla moviola. Il suono è quello originale, che tuttavia viene distorto in presenza di figure e spezzoni al rallentatore, pure usando la stessa moviola. Taglio: Ricarda Peters, Christoph Kutschera